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Auswahl bisheriger Veranstaltungen:

                                 2004    Erbdrostenhof: hier

                                2009     Saerbeck (Sprachkünster Heydecke): hier                   

                                 2010      Saerbeck (“Lehrstunde Rezitation”): hier

 

            Münstersche Zeitung               Dienstag, 6. September 2011

Literaturabend der besonderen Art

SAERBECK. . Einen Literaturabend der besonderen Art bot der Verein Deutsche Sprache, Region Münster, am Sonntagabend. Den Freunden schöngeistiger Literatur bot er die Gelegenheit, ihre Lieblingsgedichte oder auch –Geschichten zu erzählen. Etwa 90 Interessenten fanden sich auf der stimmungsvoll ausgestatteten Gartenanlage des Anwesens Kordt an der Riesenbecker Strasse ein.

Begrüßung L. Kordt DB

                               Begrüßung durch den Gastgeber Ludger Kordt (Foto: lü)

   Die bombastische Einführungsmusik „Also sprach Zarathustra“ aus der sinfonischen Dichtung von Richard Strass begrüßte die Gäste, aber „das ist nicht das Thema heute Abend“, schmunzelte Günter W. Denz, der zweite Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache. Er hieß die Zuhörer „zu diesem Abend voller Sentimentalität“ willkommen. „Lassen Sie uns die Herzen öffnen für die schönen Dinge, die wir nun hören werden“.

    Ein Geburtstagskind eröffnete das Programm, Phillip Kordt, der Sohn des Gastgebers, wurde zehn Jahre alt. Munter und kein bisschen nervös, trug er das Gedicht „Das Blümchen“ vor, dass Heinz Erhard im Alter von sechs Jahren schrieb. Der herzliche Beifall war zugleich ein Dank an die Eltern des Zehnjährigen, die ihre Gartenanlagen für einen außergewöhnlichen Abend zur Verfügung stellten. Es folgte mit dem Heimatfreund Hans Vosse ein gegensätzliches Programm. Er begleitete sich bei seiner Geschichte auf seiner Gitarre. Er berichtete von seinem Spaziergang „dör den Brook“. Dabei kletterte er auf einen Baum und lauschte einem Liebespaar, das sich zu seinen Füßen amüsierte. Ursula Kowall las eine Geschichte vom „Abend im Oktober“ vor, dann folgte Tonius Stein mit dem zweiten plattdeutschen Vortrag über das Kreuz in der Middendorfer Heide. „Der Kontrast im Programm ist ein Motiv des heutigen Abends“, bestätigte Günter W. Denz. Tonius Stein ergänzte: „Platt heißt nicht platt, stumpft, sondern bedeutet auch: auf den Punkt gebracht!“

 

 

 

   Für einen Kontrast sorgte der Vortrag von Thandy Vallbracht. Die Frau aus Simbabwe erzählte die Geschichte vom Hasen und dem Löwen in ihrer Landessprache, übersetzt von Manfred Vallbracht. Als der Hausherr Ludger Kordt das Gedicht von Theodor Fontane „Herrn von Ribbeck auf Schloss Ribbeck“ ankündigte, ging ein Raunen und Schmunzeln durch die Reihen der Zuhörer. Viele von ihnen erinnerten sich sofort an ihre Schulzeiten, denn das Auswendiglernen dieser Geschichte vom adeligen Kinderfreund gehörte früher zum festen Unterrichtsprogramm. Ludger Kordt trug es ganz nach dem Herzen der Zuhörer frisch und fröhlich vor.  
  Günter W. Denz hatte den Abend in drei Blöcke mit jeweils sechs Vorträgen  aufgeteilt, in den Pausen erhielten die Besucher Gelegenheit zur Unterhaltung und sich mit kleinen Snacks und Getränken zu stärken. Den dritten Vortragsblock eröffnete Ricarda Cronemeyer mit einem wenig bekannten Märchen vom „Klugen Gretl“ der Gebrüder Grimm vor. Dass die Freude an Gedichten heute noch durch alle Altersgruppen geht, bewiesen weitere Vorträge zum Schluss. Die neunjährige  Emma Mekus erntete viel Applaus für ihren Kurzvortrag auf platt von „datt Pöggsken“. Den Abschluss des zauberhaften Sommerabends  bildete noch einmal ein plattdeutscher Vortrag. Emma Kordt, 89 Jahre alt und im Herzen jung geblieben, erhielt den stärksten Beifall von allen Vorträgen, nicht nur für ihre fröhliche Vortragsweise vom „iärsten Westfoalen“. Die Zuhörer zollten mit ihrem Applaus dem stattlichen Alter der Vortragskünstlerin ihre herzliche Anerkennung. –LÜ